72 Stunden - Uns schickt der Himmel 15. Mai 2009, 21:35 Uhr

Eine Kirche bekommt einen neuen Anstrich

In einer Zeit in der viele Kirchen geschlossen werden stellte sich die DPSG St. Meinolphus während der 72 Stunden Aktion des BDKJ einer besonderen Aufgabe: Ziel war es der Kapelle an der Jugendbildungsstätte in Hagen-Dahl (Rummenohl) ein neues Gesicht gegeben.

In den 72 Stunden wurde aus der in die Jahre gekommenen Innengestaltung eine moderne Jugendkirche, die nun in neuem Glanz erstrahlt. Es wurde neu gestrichen, ein neuer Boden gelegt, die alten Bänke wurden entfernt und durch neue Sitzhocker ersetzt. Durch eine Diskokugel und mehrere Strahler kann der Raum sinnlich komplett neu wahrgenommen werden. Sonntag bekam die Gruppe noch Unterstützung der Pfadfinder aus Dahl, mit denen wir das Projekt zu einem guten Abschluss gebracht haben. Eröffnet wurde der neue Kirchenraum durch einen Gottesdienst mit dem Diözesankuraten der DPSG Stefan Ottersbach und dem Paten des Projekts Claus Optenhöfel.

Unser Pate unterstütze uns auf eine einmalige Art und beschenkte uns sogar noch mit einem Gedicht, das die Eindrücke dieser 72 Stunden bestens widergibt.

Maximilian Strozyk

72 Stunden im Leben eines Paten

Die Mail erscheint, der Maxi spricht:
Warum wirst’ unser Pate nicht?
Drauf wird rasant telefoniert,
was dieses Amt mich kosten würd’.

Wohl nicht zu teuer, will mir scheinen,
und niemand soll in Bochum weinen,
Meinolphus fährt nach Rummenohl,
und ich mach euch den Paten wohl!

Viel ist da nicht zu machen dann,
der Stamm schafft alles selber ran,
nur ab und zu, sagt Maxi mir,
guck dann vorbei, es gibt auch Bier!

Schön schön, denk ich, flugs kommt erneut
ne Mail, wo Bochum sehr erfreut
mir mitteilt: jau, du bist gebucht!
Und die paar Sachen sind gesucht!

Dran eine pdf-Datei
mit Zeichnung, sehr komplex, dabei,
und Listen, über Holz und Dübel,
Transporter, Platten, mir wird übel…

Das alles hier, auf plattem Land,
wo, der die Baumärkte erfand,
erst noch geboren werden muss?
O Bochum! Nun wird euch Verdruss!

Doch glücklich spielt mir die Pfarrei
Kontaktadressen noch herbei,
und Baumarktleiter Wagener
meint: Schick die Pfadfinder nur her!

Bei dem gediegenen Portefeuille –
Das treibt den Umsatz in die Höh –
geb ich euch wohl zwanzig Prozent!
Nur: Kommt mir vor dem Wochenend!

So geh ich sinnend ab nach Haus
Und wieder mailt man: Ei der Daus,
in Bochum war’n bei Büscher wir.
Das läuft schon – Hälfte haben wir!

So langsam nimmt die Sache Fahrt.
Am Donnerstag wird angekarrt:
Erst kommen Pfadis, dann die Bretter,
und draußen ist das schönste Wetter…

Hallo, ich bin’s, der Pate Claus!
Am Donnerstag, beim Abendschmaus
lern ich die halbe Meute kennen,
hör sie beim Bänkeschleppen flennen:

Das alles heut? Der arme Rücken!
Kein Millimeter wird mehr glücken!
Und das für 72 Stunden?
Sind wir als Sklaven hier gebunden?

Doch Klagen ist nur Beigeschmack
Bei reichlich Arbeit, Sack und Pack
Von hier nach dort, aus der Kapelle –
Und dann wird die zur Arbeitsstelle.

Jetzt nimmt das Wunder seinen Lauf:
Die Wände leer, die Farbe drauf;
Mit zweiundzwanzig Holz verschraubt:
Ein Hocker jedem, der dran glaubt!

So geht der Tag, beginnt die Nacht.
Der Morgen kommt, am Mittag macht
Die Truppe dann beim Kaffeetrinken
`nen müden Eindruck: Erste hinken.

Die nächsten gähnen, schlurfen, liegen.
Doch keiner ist kaputtzukriegen.
Bei jedem Blick durch Kirchentüren
Sind neue Dinge schon zu spüren.

Der Winni plant und weist und rät,
die vielen arbeiten bis spät,
ob Pfadi oder Uraltleiter:
Dem Ziel noch näher – immer weiter!

Am Samstag dann beim Mittagessen
Ruft Winni: Nicht den Strom vergessen!
Wer macht Elektrik hier im Tal?
Ich ruf mal an – und hab die Wahl!

Die Handwerker der Volmeschiene
und auch vom Berg sind guter Miene
Und packen an, ob Strom, ob Schraube:
Du kriegst hier alles, wie ich glaube.

Beglückt fahr ich am Samstag heim,
bin ganz erfüllt: Zwar nicht „in time“,
doch schon das Ziel bald im Visier
geht grill’n und Legen weiter hier.

Am Sonntagmittag hör ich dann:
Die Dahler packen noch mit an!
Flugs ist die Messe drum in Planung
(zugleich mit Lampenkabelbahnung).

Der Abschluss naht, der Stephan strahlt,
die Discokugel hat er bald!
Der Segen noch für Raum und Leute –
Ich braus gen Gruga, ja, noch heute!

Wie Saugen, Fegen, Putzen gingen,
seh ich nicht mehr. Die Letzten hingen
wohl Stunden noch in Rummenohl:
Die Augen zu, die Herzen voll.

Das Patentum hat hier sein Ende;
nicht, ohne aller Helfer Hände
konkret und virtuell zu drücken.
Ich schlafe fest, ihr habt’s im Rücken…

Nur „Danke“ bleibt als Schlussakkord.
Aus Rummenohl seid ihr jetzt fort,
die Arbeit aber von drei Tagen
wird Menschen hier noch lang behagen.

Die Kirche lädt jetzt viele ein.
Ob freudig traurig, ob allein:
Hier können Menschen Gott echt feiern,
statt nur die alten Sprüch’ zu leiern.

In Stille sag ich: Dank sei Gott
Für euch als Helfer gegen Not.
Im Einüben sozialer Taten
wart ihr, so merk ich, meine Paten.

Mit vielen in ganz Deutschland heute
Könnt ihr euch ehrlich sagen: Leute!
Wir haben Bestes da getan!
Dies Prädikat zieh’n wir uns an.

Respektvoll will ich jetzt verbleiben
vor euch und eurem Stammestreiben
mit Gott, BP, und Spaß und Mut:
Die Zweiundsiebzig taten gut!

Claus Optenhöfel

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